Omnia mea mecum porto – Alles, was mir gehört, trage ich bei mir

[1] Cicero

Obama

Sein vollständiger Name lautet Barack Hussein Obama II. Er wurde 1961 geboren Er Ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei und ein auf US-Verfassungsrecht spezialisierter Rechtsanwalt. Von 2009 bis 2017 war er der 44. Präsident der Vereinigten Staaten.

Obama gilt als herausragender Redner in nahezu klassischer Tradition mit moderner Präsentation und führte den Wahlkampf 2008 erstmals als multimediale Internet-Kampagne.

Literatur-Beispiele:

  • Leanne, Shel: Sag´s wie Obama. Ausstrahlung, Rhetorik und Visionen des neuen Präsidenten. Linde Verlag, Wien 2009

„Seine Worte und seine Vision begeisterten Millionen Zuschauer … Fest steht, dass Obama – der Rassenschranken überwindet und der Einheit goldene Brücken baut – in vielerlei Hinsicht für all das steht, was sich die politischen Führer früherer Generationen erhofft haben.“[2]

  • Göttert, Karl-Heinz: Mythos Redemacht. Eine andere Geschichte der Rhetorik. S. Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 2015

„Obama … im Juli [2008] nach Berlin gekommen und sprach vor der Siegessäule. Ich hatte nicht erwartet, in modernen oder gar postmodernen Zeiten mit einer Gestalt konfrontiert zu werden, die so sehr an die klassischen Redner erinnert … Es gab sie also noch, die große Reden mit sprachlicher Kunst und perfekter Präsentation … in massenmedial inszenierter Form, und die Teleprompter waren anfangs ebenfalls kaum zu entdecken.“[3]

  • Redenwelt. Verlag Die deutsche Wirtschaft.[4]

Barack Obama – der emotionale Rhetoriker … Fazit zu Barack Obama: Lernen kann man viel, ohne auch gleicher politischer Meinung zu sein.“

Auf dieser Internet-Plattform werden weitere Redner-Vorbilder dargestellt und eine umfangreiche Redensammlung angeboten.[5]

Ode

griech. – Lied oder Gesang, feierliches Gedicht

Antike Dichter wir Horaz und Pindar prägten die klassische Form der Ode. Ihre Werke sind oft an Götter, Tugenden oder bedeutende Persönlichkeiten gerichtet.

Erhabene und feierliche Gegenstände werden in gehobenem, pathetischen Stil behandelt.

Beispiel:

  • Ode an die Freude (Friedrich Schiller) – Teil der Europahymne als Ausdruck universeller Verbundenheit und Menschlichkeit

Freude, schöner Götterfunken, 

Tochter aus Elysium, 

Wir betreten feuertrunken, 

Himmlische, dein Heiligtum! 

Deine Zauber binden wieder, 

Was die Mode streng geteilt; 

Alle Menschen werden Brüder, 

Wo dein sanfter Flügel weilt.

Onomatopoetikon

Rhetorische Figur, mit der durch Lautmalerei und Nachahmung von Lauten aus der Natur Originalität erzeugt werden kann – Schallwort.

Beispiele:     

  • Kuckuck, Getrappel, Holterdiepolter, Rattern
  • stöhnen, murmeln, zischen, miauen
  • Muh! Quack! Peng!

Orator

lat. orare – beten, reden

So wurden in der Antike besondere Redner nennt genannt. Auch das Motto des Benediktiner-Ordens „Ora et labora“ (Bete und arbeite.) deutet auf die frühere Bedeutung hin.

Vgl. Cicero: Orator – Der Redner (eines seiner drei Rhetorik-Bücher) [6]

Die Gestalt des vollkommenen Redners bezog er nicht zuletzt auf den späteren Cäsar-Mörder Brutus. Er betont besonders die Bedeutung des sprachlichen Ausdrucks (elocutio).

Originalität

lat. originale – ursprüngliches Exemplar

Redner/Gesprächspartner wirken vor allem durch ihre Originalität. Ihre auffällige Persönlichkeitserscheinung, schöpferischen Einfälle, individuelle Sprechweise sowie anderen Verhaltensweisen heben sie gegenüber anderen Persönlichkeiten hervor. Die einmalige Note in der interpersonellen Kommunikation ergibt sich u.a. aus

  • dem besonderen Engagement des Redners,
  • seiner Wortwahl,
  • Besonderheiten der Körpersprache,
  • einer angenehmen, sympathischen Rede- und Gesprächsführung usw.

Vgl. z.B. Cicero: Der Redner.[7]

Als besondere Steigerung kann sich daraus ein Charisma → entwickeln (Ausstrahlungskraft)

Ornatus

lat. ornatus – Ausstattung, Ausschmückung, schöne äußere Gestaltung

Ausgestaltung des gesprochenen oder geschriebenen Textes nach ästhetischen Aspekten, z.B. durch rhetorische Figuren, Bilder, Gleichnisse usw.

Beispiele:

  • Anapher – Wiederholung am Satzanfang: „Ich fordere Gerechtigkeit. Ich fordere Klarheit. Ich fordere Mut.“ – verstärkt die Aussage durch rhythmische Wiederholung.
  • Alliteration – gleicher Anfangslaut: „Milch macht müde Männer munter.“ – erzeugt Klangwirkung und bleibt im Gedächtnis.
  • Metapher – Bildlicher Ausdruck: „Sein Verstand ist scharf wie ein Messer.“ – verleiht abstrakten Begriffen anschauliche Bilder.
  • Hyperbel – Übertreibung: „Ich habe das schon tausendmal gesagt!“ – verstärkt Emotionen oder Eindringlichkeit.
  • Reime, Reihungen, Rhythmen usw.
  • Zitate von Persönlichkeiten und aus literarischen Werken.

🎭

Orthoepie

Lehre von der richtigen, durch die Norm der jeweiligen Literatursprache festgelegte Aussprache.[8]

Im DUDEN (Rechtschreibung) wird auch die Aussprache vieler Stichwörter angegeben.[9]

Einige Grundregeln der deutschen Aussprache[10]

  • Umlaute (ä, ö, ü)

ä: ähnlich wie „e“ in Bett

ö: wie eine Mischung aus „e“ und „o“ – Lippen rund wie bei „o“, aber mit „e“-Klang

ü: wie eine Mischung aus „i“ und „u“ – Lippen rund wie bei „u“, aber mit „i“-Klang

  • Konsonantenbesonderheiten

ch: zwei Varianten: nach hellen Vokalen (e, i, ä, ö, ü): weich wie „h“ in huge

nach dunklen Vokalen (a, o, u): rau wie ein kratzendes „k“

r: meist im Rachen gesprochen (gurgelnd), in manchen Dialekten auch gerollt

v: oft wie „f“ ausgesprochen (z. B. Vater), in Fremdwörtern manchmal wie „w“ (Vase)

s: kann wie „z“ (z. B. Sonne) oder wie „s“ (z. B. Haus) ausgesprochen werden – hängt von der Position im Wort ab

  • Betonung – liegt meistens auf der ersten Silbe eines Wortes (Tisch, Auto), bei zusammengesetzten Wörtern oft auf dem ersten Bestandteil
  • lange vs. kurze Vokale (z.B. Bahn oder Bank)
  • Satzmelodie und Intonationdeutsche Sätze haben eine relativ klare Intonation, d.h. Aussagen fallen am Ende ab, Fragen steigen oft an

Lautsprachliche Abweichungen treten oft auf durch

  • Dialekte und Mundarten,
  • Sprechstörungen und
  • Irrtümer.

Wenn man heute von „Hochdeutsch“ spricht, meint man meist das Standarddeutsch, also die überregionale Laut- und Schriftsprache, die in Schulen, Medien und offiziellen Kontexten verwendet wird.

Historisch basiert diese Form auf der Meißner Kanzleisprache (Ostmitteldeutsch) und wurde stark durch Martin Luthers Bibelübersetzung geprägt.

Gesprochenes Hochdeutsch ist die Normsprache, die in der Regel dialektfrei oder mit nur geringem regionalem Akzent gesprochen wird. Sie wird vor allem in formellen Situationen wie Schule, öffentliche Nachrichten-Medien, Behörden und Berufen sowie für wissenschaftliche Texte verwendet.

In der Alltagssprache kann es also bedeuten: „Sprich bitte Hochdeutsch“ = „Sprich bitte ohne Dialekt (oder kein Slang)“.

Oxymoron

griech. – das Scharfdumme, griech. oxys – scharf, moros – dumm

Rhetorische Figur, bei der zwei sich widersprechende Begriffe allegorisch (symbolisch) verbunden werden.

Beispiele:     

  • Das ist doch klar wie Wurstbrühe.
  • Es ist ein offenes Geheimnis.
  • Na, alter Knabe, wie geht es?

[1] Cicero über Bias von Priene, einen der Sieben Weisen (etwa 590 – 530 v. Chr.), vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Bias_von_Priene

[2] Leanne, S.: Sag´s wie Obama. Ausstrahlung, Rhetorik und Visionen des neuen US-Präsidenten. LINDE Verlag, Wien 2009, S. 7

[3] Göttert, K.-H.: Mythos Redemacht. Eine andere Geschichte der Rhetorik. S. 9

[4] https://www.redenwelt.de/rede-tipps/beruehmte-redner/

[5] https://www.redenwelt.de/redensammlung/

[6] Cicero: Orator. Der Redner. Lateinisch/Deutsch. Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart 2004

[7] Ebenda

[8] Lexikon sprachwissenschaftlicher Termini. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig, 1985, S. 169

[9] DUDEN. Band 1: Die deutsche Rechtschreibung. 28. Auflage, Dudenverlag, Berlin 2020 (Aussprache der Stichwörter, S. 13 f

[10] mit Hilfe  von Copilot (14.09.2025)

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