Allgemein
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Verallgemeinerung Diese rhetorische Figur (auch Generalisierung) lebt vor allem von ihrer logischen bzw. plausiblen Wirkung. Aufgrund gleicher oder ähnlicher Eigenschaften werden Sachverhalte in einen übergeordneten Zusammenhang eingeordnet (Induktion). Eine mathematische Beweismethode wird vollständige Induktion. Die rhetorische Verallgemeinerung kann zu erhöhter Plausibilität (einleuchtende, verständliche, begreifliche Argumentation) führen. plausibilis lat. – Beifall verdienend, auf Beifall ausgerichtet Beispiele:…
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Die Rede des Königs – The King´s Speech Dieses inspirierende Drama aus dem Jahr 2010 erzählt die Geschichte von König George VI., der mit Hilfe eines Sprachtherapeuten seine Stotterprobleme überwindet und eine wichtige Rede hält. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie rhetorische Fähigkeiten und die Überwindung persönlicher Hindernisse zusammenkommen können Mein Führer. Die wirklich wahrste Wahrheit…
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Adams, Douglas: Per Anhalter durch die Galaxis. Wilhelm Heyne Verlag, München 2004 (dt. Erstausgabe 1981) Aderhold, Egon: Sprecherziehung des Schauspielers. Grundlagen und Methoden. Henschel Verlag, Berlin 1984 Anderson, Chris: TED Talks. Die Kunst der öffentlichen Rede. Das offizielle Handbuch. FISCHER Taschenbuch, Frankfurt a. M. 2017 Ammelburg, Gerd: Die Rednerschule. Reden, verhandeln, überzeugen. ECON Taschenbuchverlag, Düsseldorf…
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Zahlen Fakten spielen für die Rhetorik eine wichtige Rolle, gehen wir doch davon aus, dass zwischenmenschliche Kommunikation immer auf der Sach- und der Beziehungsebene gleichzeitig erfolgt und sich dabei analoger und digitaler Modalitäten bedient. Fakten, Tatsachen und Zahlen jedoch bestimmen vor allem die Sachebene und ihr Wahrheitsgehalt und ihre Stimmigkeit festen nicht zuletzt die Beziehungsebene…
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Y Der 25. Buchstabe unseres modernen Alphabets war ursprünglich im lateinischen Alphabet nicht vorhanden. Er wurde dann aber als 22. Buchstabe vor dem Z eingefügt und in lateinischen Texten zur Wiedergabe des Y in griechischen Lehnwörtern verwendet. Das Ypsilon wird auch mit der griechischen Mythologie verbunden und wird gelegentlich als Symbol für den Fluss Styx…
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X Ein Sprichwort greift den Buchstaben auf: Ich lasse mir kein X für ein U vormachen, d.h. ich bin nicht (so leicht) zu täuschen. Xanthippe In der Überlieferung soll die Ehefrau des Sokrates (um 469 – 399v. Chr.) zänkisch und bösartig gewesen sein. Die Darstellung stammt aus antiken Anekdoten, die sie als temperamentvoll und schwierig…
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Wahrheit Die Übereinstimmung einer Aussage mit dem durch sie behaupteten Sachverhalt[1] nennen wir Wahrheit. Ohne die Wahrheit und ihre unmittelbaren Verwandten -Original, Echtheit, Authentizität – würde dem Leben jede Orientierung fehlen.[2] Allerdings treten in Theorie und Praxis auch immer wieder Unwahrheiten auf: Irrtümer, Fehlschlüsse, unbewiesene Plausibilitäten, bewusste Lügen usw., die es zu entlarven und zu…
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Satzbau Der Satzbau ist beeinflusst häufig die Verständlichkeit und Lebendigkeit des Sprechens. Wir verstehen darunter In der gesprochenen Sprache kann der Satzbau, trotz aller Regelhaftigkeit, auch sehr flexibel erfolgen. Vgl. dazu beispielsweise die strenge SPO-Regel im Englischen (Subjekt -. Prödikat – Objekt). Währenddessen ist es im Deutschen häufig üblich, dass zwischen Subjekt und Prädikat mehrere…
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Satzbau Der Satzbau ist beeinflusst häufig die Verständlichkeit und Lebendigkeit des Sprechens. Wir verstehen darunter In der gesprochenen Sprache kann der Satzbau, trotz aller Regelhaftigkeit, auch sehr flexibel erfolgen. Vgl. dazu beispielsweise die strenge SPO-Regel im Englischen (Subjekt -. Prödikat – Objekt). Währenddessen ist es im Deutschen häufig üblich, dass zwischen Subjekt und Prädikat mehrere…
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Satzbau Der Satzbau ist beeinflusst häufig die Verständlichkeit und Lebendigkeit des Sprechens. Wir verstehen darunter In der gesprochenen Sprache kann der Satzbau, trotz aller Regelhaftigkeit, auch sehr flexibel erfolgen. Vgl. dazu beispielsweise die strenge SPO-Regel im Englischen (Subjekt -. Prödikat – Objekt). Währenddessen ist es im Deutschen häufig üblich, dass zwischen Subjekt und Prädikat mehrere…
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Rabulistik – lat. rabere: toben – die Wortklauberei, Spitzfindigkeit vgl. auch Eristik, Sophisterei, Schwarze Rhetorik Rabulistik wird abwertend für hinterhältige, unfaire rhetorische Techniken und Taktiken verwendet. Sie bezieht sich auf ein Diskussionsverhalten, bei dem es immer nur darauf ankommt, unabhängig vom Inhalt, nur selbst Recht zu behalten. Leere Worthülsen, Halbwahrheiten, verdeckte Fehlschlüsse, das Einbringen diskussionsferner…
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Palavern lat. parabola – Gleichnisrede, mhd. geswetze – dummes, inhaltsloses Gerede, Schwatzen Umgangssprachlich genutzt für langwieriges, eher sinnloses Gerede, oft nur über Nichtigkeiten reden aber auch vielleicht spontanes Schwätzen, provokatorisch: Höre auf zu palavern, komme endlich zur Sache! Parabel Rhetorische Figur – griech. parabole – Nebeneinanderstellung, math. – Kegelschnittkurve Redner nutzen gern anschauliche Erzählungen mit…
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Palavern lat. parabola – Gleichnisrede, mhd. geswetze – dummes, inhaltsloses Gerede, Schwatzen Umgangssprachlich genutzt für langwieriges, eher sinnloses Gerede, oft nur über Nichtigkeiten reden aber auch vielleicht spontanes Schwätzen, provokatorisch: Höre auf zu palavern, komme endlich zur Sache! Parabel Rhetorische Figur – griech. parabole – Nebeneinanderstellung, math. – Kegelschnittkurve Redner nutzen gern anschauliche Erzählungen mit…
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[1] Cicero Obama Sein vollständiger Name lautet Barack Hussein Obama II. Er wurde 1961 geboren Er Ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei und ein auf US-Verfassungsrecht spezialisierter Rechtsanwalt. Von 2009 bis 2017 war er der 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Obama gilt als herausragender Redner in nahezu klassischer Tradition mit moderner Präsentation und führte…
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Narratio lat. narratio – Erzählung, Mitteilung in Erzählform, narro – erzählen, berichten, erwähnen, nennen Die Erzählung (Narratio) stellt ein Geschehen in mündlicher oder schriftlicher Form dar. In der antiken Rhetorik bezog sie sich auf die Darlegung des grundsätzlichen Sachverhaltes und bildet gemeinsam mit der Beweisführung (argumentatio) den wichtigsten Teil der Rede. Es können vier Erzählperspektiven…
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Manieren lat. manus; franz. main – Hand, manierlich Unter Manieren (Art und Weise, Eigenart) versteht man allgemein-gesellschaftlich geprägte Umgangsregeln (Verhaltenskodex für die Öffentlichkeit bzw. in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen (z.B. Beruf, Politik). Im 18. Jahrhundert gab Freiherr von Knigge eine Sammlung von Verhaltensregeln [1]heraus, die natürlich stark vom Menschenbild und den Standesdünkeln seiner Zeit geprägt war…
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Lampenfieber Metapher für eine natürliche Stress-Erscheinung, mit der auch Redner oft zu kämpfen haben. Sie sind dann besonders aufgeregt, zweifeln an ihren kommunikativen Fähigkeiten, wirken unsicher usw. Hilfen, sind möglich durch: Lapsus linguae lat. lapsus – Gleiten, Fall, Sturz; lingua – Zunge, Sprache – Denkfehler, Versprecher Freud´scher Fehler, auch lapsus linguae genannt, sind sprachliche Fehlleistungen.…
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[1] Kairos altgriech. – der richtige Moment Vor allem in Reden und Diskussionen spielten das Gefühl für den richtigen Augenblick und die Fähigkeit für das optimale Ergreifen in der rhetorischen Gelegenheit eine wichtige Rolle. Es gilt, die Gunst der Stunde nutzen. Die antiken Griechen sahen Kairos als einen Gott mit einem Schopf an der Stirn.…
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[1] Ich bin o.k. – Du bist o.k. Grundformel zur Transaktionsanalyse nach Eric Berne[2] In der Matrix werden die möglichen kommunikative Grundeinstellungen aufgeführt. Daraus ergeben sich nicht zuletzt auch Konsequenzen für das eigene Verhalten, insbesondere aus rhetorischer Sicht. Varianten: Ich bin o.k. Du bist o.k. Idealzustand win-win Ich bin o.k. Du bist nicht o.k. Schuldzuweisung…
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Biblischer Grundsatz [1] Ich bin o.k. – Du bist o.k. Grundformel zur Transaktionsanalyse nach Eric Berne[2] In der Matrix werden die möglichen kommunikative Grundeinstellungen aufgeführt. Daraus ergeben sich nicht zuletzt auch Konsequenzen für das eigene Verhalten, insbesondere aus rhetorischer Sicht. Varianten: Ich bin o.k. Du bist o.k. Idealzustand win-win Ich bin o.k. Du bist nicht…
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Hier ist Rhodus, also hier springe![1] Heredot von Halikarnassos 490/480 – 424 v. Chr. Cicero nannte ihn den „Vater der Geschichtsschreibung“. Er berichtete u.a., dass einst Kinder von stummen Ammen in einer Einöde aufgezogen wurden und sie deshalb nur beschränkt sprechen (?) lernten. Er wollte damit wohl beweisen, dass Sprachentwicklung elementar vom kommunikativen Umfeld abhängig…
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Galletti, Johann Georg August (1750 bis 1828) Er war Professor für Geschichte in Gotha und wurde vor allem bekannt durch seine urkomischen Stilblüten (stilistische Versprecher). Studenten, selbst aus Erfurt und Weimar, kamen oft vor allem deshalb in seinen Vorlesungen, um sich zu amüsieren. Daraus wurde dann sogar eine Sammlung gemacht – die „Gallettiana“.[1] Beispiele: Stilblüten…
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Fabel lat. fabula – Erzählung Fabel – lehrhaft erdichtete und meist unglaubwürdige Erzählung, Sage Diese Gattung der lehrhaften Dichtung (z.B. Äsop) findet auch in der Rhetorik Anwendung und dient vor allem zur Auflockerung des Vortrages, zur Anregung des Denkens und zur bildhaften Darstellung. Am Ende wird damit oft eine moralische Lehre vermittelt. Beispiele: Fabulistik lat.…
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Echo-Kammer Dieser Begriff stammt aus der modernen Medien -Theorie und geht davon aus, dass man Menschen in einem metaphorischen Raum isolieren und manipulieren kann, wenn man ihre mediale Umgebung entsprechend verändert, einengt oder kanalisiert – annähernd optisch vergleichbar mit Seifenschaum. In einer sgn. Echokammer werden für eine Menschengruppe Informationen immer in der gleichen Weise produziert…
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Daktylus griech. – Finger Für diese lyrische Figur ist ein dreisilbiger Versfuß typisch, der aus einer betonten Silbe und zwei nachfolgenden betonten Silben entsteht – jam-da-dam Beispiele: Vergleichbare lyrische Figuren stellen Jambus und Trochäus dar. In der Rhetorik wurden lyrische Figuren gern genutzt, um Textstellen originell und einprägsam zu gestalten. Debatte lat. battuere – sich…
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Captatio benevolentiae Rhetorische Figur, bei der gleich mit dem Einstieg das Wohlwollen/die Sympathie/die Gunst der Zuhörer bzw. Leser erreicht (erworben, errungen, erschlichen) werden soll. Bei Buchlesungen, Wahlansprachen usw. als „Anschleimphase“ apostrophiert Beispiel: Cäsar Sein vollständiger Name war Gaius Julius Caesar. Als Titel wurde sein Name Ceasar an weitere römische Herrscher weitergegeben. Der römische Staatsmann, Feldherr…
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Backchanneling Die Interaktion zwischen Sender und Empfänger erfolgt durch Informationsübertragungen auf unterschiedlichen Kanälen. (vgl. Kommunikationsmodell nach Shannon und Weaver). Wenn das auf zwei Kanälen gleichzeitig erfolgt, nennt man das Backchanneling: Beispiel: Während der Sender z.B. spricht, gibt der Empfänger spontan sowie mehr oder weniger unterschwellig Rückantworten, die auf dem gleichen (verbal) oder anderen Kanälen (nonverbal,…
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Abkürzungen Worte, die der Vereinfachung halber schriftlich oder mündlich abgekürzt gesprochen werden. In der gesprochen Sprache sollten Abkürzungen eher vermieden werden, insbesondere wenn sie nicht allgemeingebräuchlich sind. Beispiele: Vgl. auch Abbreviation, Akronym (neues Wort aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter) Adynaton griech. adynatos – das Unmögliche Diese rhetorische Figur als Vergleich mit etwas Unmöglichem, das…
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Vorwort und Vorbemerkungen Rhetorische und methodische Grundbegriffe in alphabetischer Folge A – Aller Anfang kommt vor dem Erfolg B – Besser ist es, wenig zu reden, als viel zu schweigen C – Charisma lebt nicht zuletzt durch Rhetorik D – Dialog ist nicht alles, aber ohne Dialog wird nichts E – Errare humanum est –…
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InhaltVorwort Abkürzungsverzeichnis und Erklärungen Rhetorische und methodische Grundbegriffe in alphabetischer Folge A – Aller Anfang kommt vor dem Erfolg B – Besser ist es, wenig zu reden, als viel zu schweigen C – Charisma lebt nicht zuletzt durch RhetorikD – Dialog ist nicht alles, aber ohne Dialog wird nichtsE – Errare humanum est – Irren…